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Vorsätze - aber richtig!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir beginnen, uns Gedanken zu machen über das Vergangene und das Zukünftige. Wir analysieren, was war und stellen uns vor, was sein könnte. Wir glauben und hoffen, dass der Jahreswechsel uns neue Energie bringt, uns dabei hilft, unsere Träume in die Tat umzusetzen und wir es vielleicht im neuen Jahr endlich einmal schaffen, schon im Frühjahr an der Bikinifigur zu arbeiten und nicht erst im Juni auf ein 3-Wochen-5-Kilo-Programm von irgendwelchen Frauenzeitschriften zurückgreifen zu müssen, das uns dann ordentlich die ersten Grillabende oder Besuche in der Eisdiele mit Freunden vermiest.

vintage portrait photography

 Wir hoffen vielleicht darauf, endlich genügend Mut zu finden, um jemandem die Liebe zu gestehen, wir nehmen uns felsenfest vor, etwas für unsere Gesundheit zu tun und mit dem Rauchen aufzuhören oder endlich mehr Bewegung in den Alltag zu bringen.

 

Und all diese Hoffnungen, Träume und Wünsche fassen wir in ein Wort, während um uns die Korken knallen und das Feuerwerk den Himmel in den buntesten Farben leuchten lässt: Vorsätze.

 

Die einen von euch werden nun vielleicht leicht erröten und sich ein bisschen ertappt fühlen, oder ihr müsst grinsen, weil ihr euch in meinem Text ein klein wenig wiedererkannt habt. Unter Umständen gehört ihr aber genau zu der anderen Gruppe, nämlich denjenigen, die behaupten, sich nie Vorsätze zu machen, weil man sie ja sowieso nicht einhalten kann. Oder vielleicht glaubt ihr ja auch, dass es Humbug ist, sich etwas vorzunehmen, bloss weil eine simple Jahrzahl ändert. Und doch frage ich euch: Wie häufig habt ihr euch schon dabei erwischt, wie ihr nach einem anstrengenden Tag oder einem unschönen Erlebnis gesagt habt: «Ich bin so froh, wenn dieses Jahr endlich vorbei ist!»? Schwingt da nicht auch ein kleiner Vorsatz mit, im nächsten Jahr etwas besser zu machen? Eine leise Hoffnung, dass es im neuen Jahr etwas leichter von der Hand geht oder man einfach uneingeschränkt glücklich sein kann? 

Silvester Wunderkerze Sektglas

 

 

 

 

Nun, ich verurteile weder die einen noch die anderen. Ob man sich nun bewusst Vorsätze macht oder diese eben genauso bewusst vermeidet, das bleibt jedem selbst überlassen. Grundsätzlich glaube ich, dass jeder Wechsel eine neue Chance mit sich bringt. Ob es nun der Jahreswechsel ist oder einfach ein neuer Tag anbricht, spielt dabei keine Rolle. Wir selbst haben unser Leben in der Hand. Wir können vielleicht nicht beeinflussen, was das Leben für uns bereithält, aber wie wir damit umgehen, das bleibt unsere Entscheidung.  

Vorsätze sind Luxusprobleme

Viele von uns leben in einer Welt, in der es uns an fast nichts mangelt. Ein schöner Beweis dafür ist wohl, dass ihr sowohl die Mittel wie auch die Zeit zur Verfügung habt, um diesen Artikel zu lesen (danke dafür, ich weiss es von Herzen zu schätzen!). Ich behaupte zwar nicht, dass wir keine Probleme haben, die es zu beheben gilt, aber nichts desto trotz müssen die meisten von uns weder hungern, noch frieren oder sich Gedanken darüber zu machen, wo wir die Nacht verbringen.

 

Unsere Probleme sind all zu oft konsumgesteuerter oder oberflächlicher Natur. Und so sehr sich mein Leben auch verändert hat, muss ich dennoch zugeben, dass auch ich noch immer sehr anfällig für diese Art Probleme bin.

 

Allerdings habe ich im letzten Jahr unglaublich viel gelernt – über mich, über das Leben und darüber, wie ich dieses verbringen möchte. Es ist eine harte Lebensschule, durch die ich gegangen bin, aber trotz aller Blessuren, Tränen und Verluste, die ich zu tragen hatte, so hat es mir doch die Augen geöffnet für das, was wirklich wichtig ist; zu leben. 

Kristallglas Silvester roter Lippenstift

Ich wurde gesteuert von Leistungsdruck und dem Alltagstrott, von Geltungslust und von meinem Ehrgeiz. Ich war immer auf der Suche nach «Mehr», ohne zu wissen, was dieses «Mehr» denn sein sollte. Ich strebte nach Selbstverwirklichung, ohne mein «Selbst» überhaupt richtig zu kennen. Ich dachte immer gross und verlor dabei das Kleine aus den Augen. Ich war nicht unglücklich, überhaupt nicht. Ich war mir auch durchaus bewusst, dass ich mit einem wunderschönen Leben gesegnet bin. Aber ich war stetig auf der Suche, stets irgendwie getrieben.

 

Mein 2019 stand ganz im Zeichen des «Mich-Selbst-Kennenlernens». Ich ging an meine Grenzen und weit darüber hinaus, ich wurde hin und her geschleudert in den Wellen meiner Emotionen und ganz ehrlich, mehr als einmal habe ich geglaubt, es nicht zu packen. Einfach abzusaufen, um es einmal ganz unverblümt zu sagen. Und doch sitze ich jetzt hier an meinem Computer und mache mir Gedanken darüber, wie ich euch erzählen kann, was ich gelernt habe, ohne wie ein kitschiger Kalenderspruch zu klingen. Ich fürchte, es gelingt mir nicht so ganz. Zwar spaziere ich jetzt nicht durch die Welt und schnuppere an jedem Blümchen und erfreue mich an jedem Käferchen und strahle den ganzen Tag wie ein Honigkuchenpferd, aber dennoch lebe ich bewusster. Also wenn ihr einmal an einem nebligen Tag auf dem Sonntagsspaziergang einer Frau begegnet, die wie bekloppt am Wegrand steht, verträumt in den Nebel starrt und so tief einatmet, als möchte sie den Nebel weginhalieren, dann bin das wohl ich.

 

Mein Zauberwort heisst Intensität. Ich mag mich nicht mehr jener Alltäglichkeit unterwerfen, die mich irgendwie zum Schlafwandler oder Zombie gemacht hat, und das in meinem eigenen Leben. Unsere Zeit ist so begrenzt, wir sollten sie richtig nutzen. Und zumindest für mich bedeutet das, ganz bewusst zu leben und dankbar zu sein. Dankbar auch für diejenigen Dinge, die uns ganz normal erscheinen. Wie zum Beispiel morgens aufzustehen und gesund zu sein.

 

Und gerade weil ich gelernt habe, mit weniger zufrieden zu sein oder vielmehr endlich gelernt habe, all das zu sehen, was ich wirklich besitze, hilft es mir, meine Vorsätze für das Jahr 2020 aufzuschreiben: 

Eine Dreistöckige Torte backen

Torte Wunderkerzen mehrstöckig

Hey, nur weil ich gesagt habe, dass ich mich nicht mehr dem Leistungsdruck und der schnelllebigen Gesellschaft unterwerfen will, heisst das nicht, dass ich nicht mehr ehrgeizig bin. Allerdings bin ich der felsenfesten Überzeugung, dass man seinen Ehrgeiz für etwas nutzen sollte, das zum einen Spass macht, zum anderen innert nützlicher Frist erreichbar ist. Nichts ist frustrierender, als sich Ziele zu setzen, die in so weiter Ferne liegen, dass sie schier unerreichbar scheinen.

 

Nun, backen ist nicht gerade meine Stärke. Eigentlich alles, was mit Lebensmittel zu tun hat (ausser sie zu essen), ist nicht mein grösstes Talent. Deshalb ist die gesamte Küche das Hoheitsgebiet meines Mannes. Da ich aber schon seit einiger Zeit mein Brot selbst backe und bis jetzt noch nicht tot umgefallen bin, gibt mir das Hoffnung, dass ich bis Ende des Jahres eine dreistöckige Torte hinkriege. Schliesslich habe ich ja nicht geschrieben, dass sie gut aussehen oder sogar schmecken muss. Einfach dreistöckig muss sie sein. 

Bis nach Paris laufen

Paris Sonnenuntergang Stadt

Nein, selbstverständlich nehme ich mir nicht ein halbes Jahr frei, um in die Stadt der Liebe zu spazieren. Denn so lange bräuchte ich wohl, um die knapp 500 Kilometer zu Fuss zurückzulegen. Aber es tut mir gut, in der Natur und an der frischen Luft zu sein. Es hilft mir dabei, Ordnung in meinen Kopf zu bringen. Oder zumindest etwas, das man als eine Art Ordnung bezeichnen könnte. Lange Spaziergänge bedeuten für mich, durchatmen zu können, und das möchte ich mir auch im kommenden Jahr nicht nehmen lassen. Um nicht einfach den Vorsatz "mehr spazieren" zu fassen, sondern es ein bisschen knackiger klingen zu lassen, dachte ich mir, ich könnte mir die Strecke von meinem Heimatdorf bis nach Paris vornehmen. Vielleicht schaffe ich es, vielleicht werde ich aber auch vom Nebel oder von Blümchen und Käferchen aufgehalten, dann reicht es halt eben nur bis Strassbourg. Ganz egal, denn ein Spaziergang muss für mich kein Kilometerziel erfüllen oder sportliche Ansprüche befriedigen. Er muss einfach nur schön sein. 

Eine oper besuchen

Oper

Kennt ihr diesen Satz: «Einmal im Leben will ich noch…»? Bei mir ist es die Oper. Seit ich ein kleines Mädchen bin, hat mich die Oper fasziniert. Ich wollte weder Primaballerina noch Prinzessin werden, sondern Opernsängerin. Dumm nur, das ich überhaupt nicht singen kann. Irgendwann habe ich das dann auch realisiert und aufgehört, meine Mutter mit meinem Gejohle zu malträtieren. In die Oper habe ich es aber bis heute noch nicht geschafft. Immer habe ich es mir aufgehoben. Zu welchem Zweck ist mir schleierhaft. Ich brauche keinen besonderen Anlass wie einen runden Geburtstag (obwohl der auch schon früher als erwünscht ansteht), um mir eine Eintrittskarte in die Oper zu kaufen. Selbst ist die Frau. Und weil ich den besten Mann der Welt habe, begleitet er mich. Und zwar nicht widerwillig, sondern gerne. Denn jeder, der Musik mag, muss zumindest den Wert von klassischer Musik anerkennen. Lediglich welche Oper wir besuchen möchten, haben wir noch nicht ausdiskutiert. Denn während er eher die mächtigen, schon fast brachialen Kompositionen von Wagner mag, bin ich eher der melancholische, wehmütige Typ und mag daher Komponisten wie Piotr Tschaikowsky. Vermutlich werden wir uns auf eine dramatische Verdi-Oper einigen.

Meinen Stoffvorrat aufbrauchen

Stoff Stoffvorrat

Nein, auch wenn mein Text einen Hauch von Hippie enthält, so meine ich mit Stoff nichts, das man rauchen oder schlucken kann. Ich zumindest würde es nicht probieren. denn ich meine meterweise hübsch bedruckte, angenehm weiche Stöffchen, die schon seit ewigen Zeiten darauf warten, zu einem Kleidungsstück verarbeitet zu werden und von meinem Stoffschrank in meinen Kleiderschrank umziehen zu dürfen. In jugendlichem Leichtsinn (also schon seeeeehr lange her *hust*) hat mich an einem Stoffmarkt die pure Kauflust gepackt und ich habe wie eine Verrückte Stoffe eingekauft. Das Ende der Geschichte ist ein prall gefülltes Stoffregal, denn garantiert sicher habe ich für das aktuell gewünschte Nähprojekt gerade nicht den richtigen Stoff im Schrank und muss dringend shoppen gehen. Logischerweise nehme ich dann neben dem gesuchten Stoff auch gleich noch Stoff für drei weitere Nähprojekte mit nach Hause, die dann, wie ist es auch anders zu erwarten, im Schrank landen. Mein Ziel für das nächste Jahr ist nun also, meinen Stoffvorrat aufzubrauchen oder zumindest so konsequent zu sein, immer nur für das aktuelle Projekt das nötige Material zu kaufen. Oder vielleicht maximal für zwei Projekte. Oder in seltenen Fällen auch mal für drei. Dann muss es aber ein wirklich toller Stoff sein. 

Mehr Hunde- und Katzenvideos anschauen

Hund und Katze schmusen

Denn ganz ehrlich, ich kenne sonst nichts, das per Knopfdruck schlechte Laune so einfach vertreiben kann, wie es Katzen- oder Hundevideos tun. Sogar bei Sonnenschein und Hochstimmung kann ein lustiges Tiervideo alles noch ein bisschen besser machen. Ich nehme mir also ganz fest vor, jedes Mal, wenn meine Stimmung zu kippen droht, mein Handy hervorzukramen und mir ein süsses Video von (m)einer Katze anzuschauen oder auf Instagram meinen Lieblingshund Frida zu stalken. 

Instagram for real

Frida und Sarah

Ich gestehe, ich bin süchtig. Und ich rechtfertige meine Sucht damit, dass es ja quasi meine Marketingplattform ist und dringend notwendig, um den Menschen meine Arbeit zu präsentieren. Zwar hat Instagram dieses tolle Feature, das dich nach einer von dir eingestellten Zeit daran erinnert, dass du deine Online-Zeit für den heutigen Tag aufgebraucht hast, aber all zu oft passiert es mir dann doch, dass ich den Alarm einfach wegdrücke und weitersurfe. Es macht mir einfach Spass! Zumindest seit ich aufgehört habe, mich mit anderen Schönheiten zu vergleichen und es einfach geniessen kann, mit so vielen hübschen Inspirationen berieselt zu werden! Was ich auch so sehr schätze an dieser tollen Plattform, ist die Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen - zumindest virtuell. Und das bringt mich dann auch gleich zu meinem Vorsatz: Instagram ist nicht real. Die Bekanntschaften, die ich dadurch gemacht habe, sind es zumindest so halb. Und im 2020 sollen sie es ganz werden. Janine, Sarah, Tina , Molly und all die anderen tollen Menschen, die ich virtuell kennenlernen durfte: ihr seid von ganzem Herzen zu Kaffee und Kuchen (oder dreistöckiger Torte?) eingeladen!

Einfach leben und geniessen

Ihr denkt vielleicht, dass meine Vorsätze ein bisschen lachhaft sind. Weil es ja gar keine richtigen Ziele sind. Nichts, wofür man hart arbeiten müsste. Nichts, wovon man ein sichtbares Ergebnis hat. Und vielleicht habt ihr recht. Das soll auch jeder so machen, wie er oder sie es für richtig hält. Ich für meinen Teil habe eigentlich nur einen Vorsatz: zu geniessen. Einfach das zu tun, was sich für mich in diesem Moment richtig anfühlt, mich nicht unnötig unter Druck setzen zu lassen und ganz bewusst die Welt um mich herum wahrzunehmen, in all seinen Facetten. Und ich denke, dass es mir das erste Mal gelingen wird, meinen Vorsatz auch umzusetzen. Und der Aussicht auf Erfolg gibt mir das Gefühl, dass das Jahr 2020 noch ein bisschen strahlender und aufregender wird, als alle Jahre vorher. Dass es mein Jahr wird und dass mir Unglaubliches passieren wird. In welcher Form auch immer. Manchmal ist nämlich schon ein gemütlicher TV-Abend im Lieblingspijama mit Mann und Katze etwas Unglaubliches, wenn man nur fähig ist, es auch als solches anzusehen. 

In diesem Sinne wünsche ich euch von Herzen, dass ihr euch die richtigen Vorsätze macht (oder sie ganz weglasst), den Mut habt, eure Träume und Ziele zu verfolgen, stets glücklich darüber seid, wenn ihr Morgens gesund und munter (oder manchmal auch weniger munter) aufwacht und das Extrastück Torte ohne schlechtes Gewissen einfach geniessen könnt. Sagt den Menschen, die euch im Leben begleiten, was sie euch bedeuten. Und sagt es ihnen ruhig einmal mehr, als ihr es sonst tun würdet. Vergesst nie den Gutenachtkuss. Und geht nie im Streit auseinander. Habt euch lieb und gebt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. 

 

Und um mit gutem Beispiel voraus zu gehen: Ich hab euch alle ganz doll gerne! Ohne euch wäre dieser Blog nur eine Ansammlung von Worten in den Weiten des www. Aber ihr gebt mir das Gefühl, dass ich etwas geben darf, dass meine Worte wichtig sind und zumindest ab und zu zum Nachdenken und Lachen anregen,  und das ist ein fantastisches Gefühl! 

 

DANKE!!!

Vintage Portrait Smiling Wunderkerze

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