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Einen Satz heisse Ohren gefällig?

Denn was gibt es Schöneres, als kuschlig warme Ohren zu haben an einem noch frischen Frühlingstag? Oder woran hast du denn gedacht *höhö*? Noch schöner ist es, wenn dein Kopfputz selbstgemacht ist. Hier findest du den Weg dazu!

Vor zwei Wochen habe ich mich an einem freien Tag frühmorgens aus dem Bett gequält, um die ersten Sonnenstrahlen einzufangen. Die Wetterprognose hat einen wunderschönen, sonnig warmen Tag vorausgesagt. Also frischfröhlich aus dem Bett gehüpft *Ironie off* und mich in frühlingshafte Klamotten geschmissen. Vor meinem inneren Auge sah ich mich schon wie in der Fernsehwerbung vor die Türe treten, mich den goldenen Sonnenstrahlen entgegenstrecken, geniesserisch die Augen schliessen und leise aufseufzen. Ich trat also vor die Türe, bereit, einen grossen Auftritt hinzulegen und - stolperte rückwärts wieder zur Tür rein. So kalt habe ich es mir definitiv nicht vorgestellt. Klar, die Sonne schien ja auch noch gar nicht so richtig. Es war ja wie gesagt noch frühmorgens. Also hab ich kurz durchkalkuliert, wie wahrscheinlich es wohl wäre, dass ich mich erkälten würde, sollte ich in meinem Aufzug länger als fünf Minuten vor der Tür bleiben. Die Chancen standen bei sehr gut. Allerdings dachte ich mir, dass ich den Winter nun endgültig in die Schranken weisen sollte, und wie ginge das besser, als mit meinem hübschen Blümchenkleid? Und bestimmt würde es nicht mehr allzulange gehen, bis die Sonnenstrahlen mich zu wärmen anfangen. Also habe ich noch einmal all meinen Mut gesammelt, kurz tief durchgeatmet und mich wagemutig in den Frühlingsmorgen gestürzt.

Die ersten fünf Minuten marschierte ich wie eine Wilde den Weg entlang, in der Hoffnung, dass mich die Bewegung ein bisschen aufwärmen würde. Von den ersten Frühlingsblumen und der zauberhaften Stimmung nahm ich gar nichts wahr, so sehr war ich auf meine Schritte konzentriert. Nach weiteren fünf Minuten Marsch spürte ich meine Fingerspitzen nicht mehr, meine Ohren waren fast abgefroren und meine Nase veranstaltete ein Wettlaufen mit meinen Füssen. Ziemlich genau 11 Minuten dauerte mein Spaziergang, ehe ich mich den Temperaturen geschlagen gab und zugeben musste: Ein Blümchenkleid allein macht noch keinen Frühling.

Also ging’s für mich zurück zur Wohnung. Raus aus dem Blümchenkleid, rein in meine Karo-Flanellhosen und mit einer heissen Tasse Tee und meinen beiden Katzen ab aufs Sofa kuscheln. Während dem Aufwärmen hab ich mir dann überlegt, was ich gegen die doch noch eher frischen Temperaturen unternehmen könnte. Das Blümchenkleid hat vorerst versagt, aber mit Mütze und Wintermantel rauszugehen ging mir definitiv gegen den Strich. Dann kam mir in den Sinn, dass ich noch zwei Knäuel himbeerfarbenes Garn übrig hatte. Da ich ja so oder so schon auf dem Sofa sass, konnte ich die Zeit auch nutzen und ein bisschen auf meiner Lieblingsstrickseite Ravelry surfen. Dort entdeckte ich von meinem Lieblingsdesigner DROPS eine zuckersüsse Baskenmütze, die förmlich danach schrie, die Lösung für mein Problem zu sein.

 
Meine Berechnung hat sich übrigens als vollständig korrekt herausgestellt. Innert zwei Stunden fühlte ich mich todkrank. Und nein, ich neige nie (!) zu Übertreibungen. Zu krank um zu stricken war ich dann doch nicht, also klapperten bei mir die Nadeln rund um die Uhr und für den nächsten Frühlingsmorgen war meine Baskenmütze mit dem passenden Namen „Le Fleur“ parat.
Bei meinem zweiten Versuch machte ich einen Winter-Frühling-Kompromiss: geschlossene Schuhe (die ich echt nur im Winter trage), Strumpfhosen (so viel Kälte müssen meine Beine ertragen), ärmelloses Kleidchen ohne Petticoat und ohne Jäckchen und dann den Wintermantel drüber. Und meine Ohren wurden geschmückt und gewärmt von meiner himbeerfarbenen Baskenmütze. So konnte ich den Spaziergang von 11 auf 63 Minuten ausdehnen und hatte tatsächlich noch meinen TV- bzw. Starmoment, als ein älterer Herr mich angesprochen und gefragt hat, ob ich „so äs Modäääu“ (schweizerdeutsch für „so ein Modelllll“) sei. Ich antwortete mit einem absolut wahrheitsgetreuen Nein, denn ich fühlte mich so fehl am Platz vor der Kamera, das ich am liebsten im Erdboden versunken wäre, als ich beim Michselberfotografieren erwischt wurde. „Tussialarm“, dachte ich mir und lächelte tapfer weiter.
 
Schlussendlich hat sich das Tapfersein dann aber doch noch gelohnt, denn ich wurde mit ein paar hübschen Fotos meiner Baskenmütze belohnt, die ich euch selbstverständlich nicht vorenthalten will.
Hier findet ihr übrigens das Strickmuster zum Selberstricken. Der Schwierigkeitsgrad liegt bei 3.5 von 10 möglichen Schwierigkeitspunkten.

Allerdings sollte man schon ein bisschen geübt sein im Lochmuster stricken. Ansonsten ist es eher eine Sache von Konzentration. Ich hatte an meiner Mütze ungefähr 10 Stunden zu stricken, gehöre aber wohl auch nicht zu den Schnellsten, da bei mir konsequent Netflix (aktuell Miss Fisher’s Mistery Murders) dazuläuft. Schliesslich müssen ja auch die Ohren und Augen beschäftigt werden, nicht nur meine Hände.

 

Falls du nun unbedingt auch so eine Baskenmütze haben möchtest, Holzstäbchen allerdings nur beim Chinesen benutzt und sonst nirgends, dann findest du in meinem Shop die Lösung. Selbstverständlich stricke ich dir gerne deine ganz individuelle Baskenmütze, damit auch bei dir für einen Satz heisse Ohren gesorgt ist!
Lieben Dank für's Lesen und habt einen wunderschönen Frühlingstag!
 
Herzlichst
 
Scarlet Rose

 


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