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Reisen und Vintage - geht das?

Eine Frage - unzählige Antworten. Erstmal muss man sich ja fragen, welche Art von Urlaub man geplant hat - gemütlichen Strandurlaub in der Karibik, Wellnessurlaub in Österreich oder einen Roadtrip durch die USA? Denn je nach Reise muss ganz anders gepackt werden. In meinem Fall geht es nach Kanada, Erlebnisurlaub mit langen Fahrten durch unberührte Natur, Wanderungen durch Wälder und auf Berge und gaaaanz viel Essen. Hier zeige ich dir, wie ich beim Packen vorgegangen bin, um möglichst viel Vintage in meinen Koffer zu kriegen:

1. Wetterprognose

Klingt vielleicht banal, ist aber ungemein wichtig! Denn nur weil wir in der Schweiz wohl gerade den Jahrhundertsommer geniessen, der sich auch Ende September immer noch bemerkbar macht, heisst das nicht, dass das überall auf der Welt gerade so schön aussieht. In Vancouver sieht die Prognose schön herbstlich aus, mit ca. 20 Grad Maximaltemperatur. Allerdings gehen wir auch auf den Whistler Mountain und den Blackcomb Peak, wo aktuell Schnee liegt. Fazit: kurze Kleider und Sommersandalen bleiben zu Hause.

2. Reiseprogramm

 

Ich hab's kurz erwähnt; das Reiseprogramm bestimmt schlussendlich, welche Klamotten und welches Schuhwerk ich mitnehme. Strandkleidchen und Co. können getrost zu Hause bleiben, allerdings kann ich unmöglich auf gutes Schuhwerk und eine windfeste Jacke verzichten. Und genau an diesem Punkt beginnt mein Vintageherz ein kleines bisschen zu bluten. Denn so hübsch die Mädels in den 50er-Jahren auf die Berge gestiegen sind - auf den Komfort von meinen Meindl-Wanderschuhen und meiner Softshelljacke möchte ich auch für Stil nicht verzichten. Erwartet also von mir keine Vintage-Gipfelstürmer-Fotos, ich werde völlig durchschnittlich oben stehen, aber ganz bestimmt nicht minder glücklich!

3. Schuhe

Was, so früh mach ich mir schon Gedanken über die Schuhe? Aber sicher! Denn die Schuhe benötigen neben dem Necessaire am meisten Platz. Deshalb ist es ganz wichtig, dass man sein Schuhwerk sorgfältig aussucht. Bei mir ist ganz klar, dass meine Wanderschuhe mitmüssen, anders komm ich auf keinen Berg rauf. Vancouver erkunde ich am bequemsten in meinen ausgelatschten Chucks. Achtet immer darauf, dass ihr Schuhe mitnehmt, die ihr schon eingetragen habt. Nichts ist ärgerlicher, als Blasen und Wunden wegen unbequemen Schuhen. Das macht dann das Flanieren durch die hübschen Gassen ziemlich schmerzhaft und so werdet ihr viele schöne Momente verpassen, nur weil ihr stylisches anstatt bequemes Schuhwerk eingepackt habt.

Dann kommt bei mir immer auch noch ein drittes Paar Schuhe mit, nämlich dieses Paar Schuhe, die ich Abends anziehe zum Abendessen oder einfach mal für schön. Da hab ich mich dieses mal ziemlich schwer getan. Denn es ist ziemlich kühl in Kanada, besonders Abends. Offene Schuhe fallen also flach. Wobei wir auch schon beim Thema Absätze wären. Denn wenn ich den ganzen Tag auf den Beinen war, durch Städte gelaufen und auf Berge gestiegen bin, dann hab ich Abends ziemlich müde Beine. Geschlossen und flach müssen sie also sein, die perfekten Schuhe. Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Meine Cowboyboots! Nicht vintage genug? Papperlapapp. Auch in den 40er und 50ern hat es Cowgirls gegeben. Und die sahen echt so was von super toll aus! Denn schliesslich und endlich sind es auch Haare und Makeup, die unseren Look dann definitiv als retro oder vintage enttarnen.

4. Kleidung

Hier kann ich nur eines sagen: packt überlegt ein! Ich baue meine Reisegarderobe so zusammen, dass ich mit wenigen Teilen mehrere Outfits basteln kann. Für diese Reise habe ich mich entschieden, auf Kleider und Röcke zu verzichten. Meine klassischen 50er-Jahre-Kleidchen mit weit schwingendem Tellerrock lasse ich sowieso fast immer zu Hause. Wenn ein Kleid mitkommt, dann eines im 40er-Stil, weil das weniger Platz im Koffer braucht und der Unterrock dann auch gleich zu Hause bleiben darf. Falls ihr aber nicht auf euren Pettie verzichten könnt, schaut doch mal in meinem Shop vorbei, dort findet ihr praktische Pettiebeutel, damit auch der Petticoat möglichst wenig Platz im Koffer raubt. Pettiebeutel kommen bei mir übrigens trotzdem mit, denn sie eignen sich auch hervorragend als Dreckwäschesack.
Also, ich packe meine bequemen Latzhosen ein und dann noch meine sexy Highwaistjeans. Das macht es mir obenrum dann ziemlich einfach. Meine Chucks sind rot, dann packe ich also meine roten Shirts und einige meiner roten Cardigans ein. Dazu dann noch andere Tops und Jäckchen, die gut mit den Farben blau und rot harmonieren. Weiss zum Beispiel.
 
Als Abendgarderobe mag ich dann rosafarbene Töne, mein neuer Strickpulli muss unbedingt mit. Dann hab ich eine altrosa Bluse von emmy, die den Highwaistjeans einen eleganten Touch verpassen. Dann noch ein, zwei elegantere Pullöverchen und fertig ist die Kleidersammlung. Alles passend zu meinen Highwaistjeans und den Cowboystiefeln.
5. Accessoires
Bei den Kleidern musste ich zweckshalber auf viele meiner tollen Teile verzichten und dafür Platz weggeben für Praktisches. Bei den Accessoires mache ich keine Kompromisse. Denn eine farblich passende Kette oder ein hübsches Foulard kann einen Look komplett verändern. Ich achte lediglich darauf, dass ich keinen Schmuck mitnehme, den ich nicht ersetzen kann. Meine Libellenbrosche aus Amerika bleibt also im Schrank, denn die ist mir zu kostbar. Mein Standardsortiment an Schmuck beinhaltet also auch auf dieser Reise meine rote und schwarze Halskette, ein bis zwei Broschen, rosa, schwarze und rote Ohrstecker und vielleicht noch ein Foulard.
6. Kosmetik / Makeup / Haare
Wie ich oben schon geschrieben habe, machen die Haare und das Makeup das Outfit meist erst authentisch. Aber ganz ehrlich, in meinen Ferien habe ich keine Lust, stundenlang meine Haare auf den Lockenwickler zu drehen oder mir Schichten von Makeup aufzuspachteln. Ich bewundere Frauen, die ein natürliches Talent für solche Dinge haben und bei denen einfach alles immer leicht von der Hand und vorallem schnell geht. Ich gehöre da nicht dazu. Deshalb brauche ich eine pragmatische Lösung, denn wenn eine Landschaft wie die von Kanada vor der Tür auf einen wartet, dann hat bestimmt auch mein Mann keine Geduld, auf meine Frisur zu warten.
 
Meine Lösung: Schlafwickler! Nach dem Duschen kurz antrocknen mit einem Föhn (gibt es ja in jedem Hotel), dann aufdrehen und schlafengehen. Morgens nur noch kurz ausbürsten, Stirnpartie antoupieren und mit viiiiiel gutem Haarspray (ich empfehle den Haarspray Helmut von Evo, zu kaufen bei meiner lieben Bixi von Frisurpur) fixieren. So muss ich auch nicht jeden Tag die Haare waschen. Zusätzlicher Pluspunkt. Geduscht wird übrigens trotzdem, einfach ein Handtuch um den Kopf schlingen und die Haare bleiben, wie sie sollen.
 
Rote Lippen sind ein Muss. Mein aktueller Lieblingslippenstift ist von exurbe cosmetics und heisst Red Clay. Ich achte sehr darauf, dass meine Lippenstifte und auch die sonstigen Kosmetika vegan und vor allem ohne Tierversuche hergestellt werden. Der Red Clay ist für mich ein absolutes Alltagswunder, denn er passt zu fast allen Farben einfach ideal. Ausserdem macht er die Lippen weich und geschmeidig.
 
Für meine Hautpflege benutze ich schon seit einiger Zeit Filabé Skin Clear. Perfekt für meine Haut und ich benötige nicht hundert verschiedene Cremes und Tücher und Mittelchen mitzunehmen.
 
7. Handtasche
Hier bin ich ganz schnell fertig mit Schreiben: ich nehme meine rote, kleine Umhängetasche aus Rindsleder mit, die von Hand in den USA gefertigt wurde. Sie ist ein echtes Platzwunder. Ist nur wenig drin, dann liegt sie schön flach an, brauche ich einmal etwas mehr bei mir, wie zum Beispiel meinen kleinen Stadtführer durch Vancouver, dann lässt sich die Tasche wunderbar ausbeuteln. Einfach perfekt!
8. Unterhaltung
Habe ich dann noch Platz, und das habe ich eigentlich immer, denn schliesslich will man ja dann auch so einiges mehr wieder mit nach Hause nehmen, als man mitgenommen hat, dann packe ich noch ein bisschen Unterhaltung für unterwegs oder gemütliche Abende im Hotel ein. Immer mit dabei habe ich mindestens ein Buch. Da der Flug nun aber über 10 Stunden dauert, werde ich wohl eher zwei Bücher mitnehmen. Ich habe mich für "Blond" von Joyce Carol Oates entschieden, ein Roman, das das Leben von Marilyn Monroe abhandelt bzw. daran anlehnt. Und dann packe ich noch "Jene Tage voller Träume" von Tamara McKinley ein, eine Liebesgeschichte, die zwischen 1936 und 1956 hin- und herspringt.
 
So, mein Köfferchen ist nahezu gepackt. Übrigens besitze ich noch keinen hübschen Vintagekoffer. Falls aber irgendwer irgendwo irgendwann zu viel Geld übrig hat und mir gerne ein Geschenk machen würde, so wäre dies mein Reisetraum:
Adventure Rollkoffer  von Retropunk
Adventure Rollkoffer von Retropunk
So ihr Lieben, nun geht es nicht mehr lange, und unser Abreisetag steht an. Ihr könnt auf Instagram oder Facebook meine Reise mitverfolgen (auf Instagram poste ich öfter), und wer weiss, vielleicht schreibe ich dann irgendwann auch einen Blogbeitrag zu dieser Reise, doch erst erzähle ich euch noch alles über unsere USA-Rundreise - nachdem wir dann wieder zu Hause sind im Oktober. Übrigens noch einen Tipp, falls beim Packen für die Heimreise der Koffer plötzlich viel kleiner wirkt als bei der Hinreise: Die Klamotten rollen anstatt falten! Wirkt Wunder! Falls ihr euch nicht vorstellen könnt, wie das aussehen soll, einfach mal Youtube zur Hand nehmen und Videos schauen. Ihr werdet staunen!
 
Bis ganz bald ihr Hübschen!
 
Herzlichst
 
Scarlet Rose

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